Tätigkeitsbericht 2018

Der Frühling hat im Jahr 2019 Einzug ge­halten und es ist Zeit über den Werde­gang des Vereins und seiner Aktivitäten zu informieren.

Der im Jahr 2017 gegründete Verein un­ter der Führung von Günther Havranek und Ariel Muzicant nahm in 2018 mit viel Enthusiasmus seine Arbeit auf.

Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt in Zusammenarbeit mit der Israeliti­schen Kultusgemeinde, dem Bundes­denkmalamt und dem Nationalfonds fi­nanzielle Mittel aufzustellen um die seit Jahrzehnten anstehende Sanierung des vom Verfall bedrohten Friedhofes voran­zutreiben. Der Friedhof ist ein Zeugnis der Vergangenheit der Stadt Wien aus einer Zeit erfolgreichen Zusammenle­bens von Juden und Nichtjuden.

Wussten Sie dass..

am Friedhof Mr. Spock vom Raumschiff Enter­prise allgegenwärtig ist?

Jeder kennt praktisch die Hand mit den V-förmig auseinander ge­spreizten Fingern von Mr. Spock, dem Wissen­schaftsoffizier der neben Captain Kirk durch das Weltall flog.

Solch ein Zeichen auf einem Grabstein zeigt, dass hier ein Cohen begraben liegt, ein Mit­glied der jüdischen Priesterkaste.

„Die meisten Menschen wissen bis heute nicht, was dahinter steckt“, pflegte der Schauspieler Leonard Nimoy zu sagen. „Sie wissen gar nicht, dass sie sich mit dieser Geste gegenseitig segnen.“

Rückblick 2018

Freiwilligenarbeit:
An sechs Wochenenden fanden sich insgesamt 325 Freiwillige ein, die in 1625 Stunden die wild wuchernden Pflanzen am Friedhof geschnitten ha¬ben. Diese Arbeiten gemeinsam mit den ehrenamtlichen Tätigkeiten während der Führungen dürfen als Eigenleistungsbeitrag beim Nationalfonds abgerechnet werden und repräsentieren einen Gegenwert von rd EUR 36.000,00.

 

Führungen:
Weiters fanden an fünf Wochenenden Führungen am Friedhof unter fachkundiger Leitung statt. Hierdurch konnten Spendeneinnahmen von rd EUR 2.000,00 eingenommen werden.

Infobroschüre:
Mit Unterstützung der Werbeagentur Demner, Merlicek & Bergmann und der Druckerei Grasl Druck & Neue Medien GmbH wurde die Infobroschüre „Gedächtnis einer untergegangenen Welt“ produziert.

PR-Arbeit:
Um auf die prekäre Situation des Friedhofes aufmerksam zu machen wurden Journalisten auf das Friedhofsgelände geladen um sich ein Bild vom Verfall des Friedhofs zu machen.

Sehr ausführliche Artikel in den bekannten Zeitungsblättern trugen dazu bei den Jüdischen Friedhof ins Bewusstsein der Öffentlichkeit und die Politik zu rücken.

Durch Spendenaufrufe war es möglich EUR 19.500,00 zu lukrieren.

ProponentInnen:
Ganz wesentlicher Teil der Vereinsarbeit ist die Suche nach Proponentinnen und Proponenten, die den Verein mit ihrem Fachwissen, mit ihrem Netzwerk oder finanziell unterstüzen. Bereits 60 prominente Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Kultur, Kunst, Religion und Politik konnten als Unterstüzter gewonnen werden.

Kooperationsvereinbarung IKG:
Mit der Isralitischen Kultusgemeinde wurde ein Kooperationsvertrag hinsichtlich des gemeinsamen abgestimmten Vorgehens bei Sanierungsarbeiten Abgeschlossen

Facebook:
Der Verein informiert über die Facebook-Seite „Rettet den jüdischen Friedhof Währing„, bis eine eigene Website eingerichtet ist.

Finanzen:
Neben den umgerechneten Sachleistungen der Freiwilligen von rd EUR 36.000,00 hat der Verein Einnahmen aus Spenden und Sponsoring von rd EUR 23.600,00 erwirtschaftet, denen Ausgaben von rd EUR 1.300,00 gegenüberstehen

Am Friedhof gibt es viel zu entdecken, beispielsweise interessante Grabinschriften:

Wer Mutterliebe weiß zu ehren, Wer Frauentugend schätzen will, Wer Güte, Weisheit will verehren, Der steh an diesem Grabe still.

 

Ausblick 2019

  • Einrichten einer Website
  • Abschluss eines Mietvertrages mit der IKG betreffend der Räumlichkeiten im Erdgeschoss des Pförtnerhauses am Friedhof.
  • Einrichten eines Museums in den angemieteten Räumlichkeiten vor Ort mit Ausstellungen zum Thema Jüdischer Friedhof Währing.
  • Weiterführung der Freiwilligentage (Termine: 10. März, 14. April, 12. Mai, 2. Juni, 14. Juli, 4. August, 8. September, 6. Oktober, 1. November).
  • Ausbau der Friedhofsführungen (Fixtermine: 10. März, 14. April, 12. Mai, 2. Juni, 14. Juli, 4. August, 8. September, 6. Oktober, 10. November und 8. Dezember. Die Führungen finden um 11:00 Uhr und um 13:00 Uhr statt).
  • Antrag auf Aufnahme in die, vom BM für Finanzen herausgegebene Liste der spendenbegünstigten Organisationen um die geleisteten Spenden steuerlich absetzbar zu machen.
  • Suche und Vergabe von Kulturpatenschaften für einzelne Grabsteine als Ausdruck der kulturellen Verantwortung oder zum Gedenken einer hier begrabene Verwandte.
  • Sammeln von Spenden im In- und Ausland zur Unterstützung der Renovierungsarbeiten am Jüdischen Friedhof Währing.